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Ausgelassene Stimmung beim zweiten Festivalabend auf der Bühlerhöhe Fans feiern Tony Marshall

Alle Hände recken sich zum Himmel Schwarzwaldhochstraße (mf) - Harald Unser sollte Recht behalten, schließlich kennt er seine Schützlinge so gut wie kaum ein anderer. "Unsere Leute sind begeistert von Tony Marshalls Musik", hatte der Geschäftsführer der Lebenshilfe bei der Vorstellung des Programms angekündigt. Völlig ungeplant machten die gehandicapten Menschen die Veranstaltung zu der ihren. Sie stürmten die Bühne und sangen Seite an Seite mit dem Star dessen Hits, tanzten ausgelassen und sorgten für ein ungeahnt authentisches "Wir-Sind-Eins"-Konzert.Tony Marshall selbst hatte der Bühneneroberung den Weg bereitet. Mit Ingo und Wolfgang holt er zwei Fans auf die Bühne, um zusammen mit ihnen "Die Hände zum Himmel" zu singen. Alle Hände recken sich in den Bühlerhöhe-Himmel und jeder singt mit. Zugleich animiert das Geschehen weitere Fans, auf die Bühne zu kommen. "Rote Rosen", "Bora Bora" und natürlich "Schöne Maid" werden vielstimmig geschmettert. Der Stargast genießt die Runde um ihn herum: "Da kommen für mich Glücksgefühle auf, dafür danke ich Euch." Emotional berichtet er von seiner Tochter Stella, die bei der Lebenshilfe arbeitet und für die er das autobiografische Lied "Stella Maria" geschrieben hat. Mit Stella zusammen singt er, immer noch umringt von seinen Fans, "Amazing Grace". Stimmungshöhepunkt ist schließlich das abschließende "Oh Happy Day", das Tony Marshall zusammen mit dem Wir-Sind-Eins-Chor anstimmt.Begonnen hatte der zweite Tag der "Hochkultur"-Reihe im idyllisch illuminierten Park schon um 18 Uhr mit der Junior-Rockband der Bühler Musikschule, die die Gäste beim Abendessen auf der Genussmeile unterhielt. Um 20 Uhr startete das Konzert auf der Hauptbühne mit dem Wir-sind-Eins-Chor, bestehend aus Mitgliedern, Eltern, Mitarbeitern und Freunden der Lebenshilfe sowie dem Vokalensemble der Musikschule. Den großen Chor leitete Christoph Stengel, dem es gelang, Laien und Stimmenprofis, Kinder und Erwachsene mit und ohne Handicap zu einem großen Chor zusammen zu schweißen. Begleitet wurde dieser von einer Band, bei der Musikschulleiter Bernd Kölmel, der zusammen mit Klinik-Geschäftsführer Andreas Spaetgens die "Hochkultur" ausgetüftelt hatte, am Schlagzeug saß. Am Klavier hatte Klaus Martin Kühn Platz genommen, den Bass spielte Vlad Larkin, Bläser waren Thomas Neubert und Tobias Kern. Ein Moderatorenteam mit Barbara Laskowski, Jürgen Ziegler und Manuel Kraus führte kurzweilig durchs Programm.Ein Höhepunkt war der Auftritt des Vokalensembles - zunächst in A-cappella-Manier die Herren mit dem "Mann im Mond", dann der Gesamtchor mit "Mister Sandmann." Als Gäste traten die jungen Sängerinnen Charlotte Schmezer und Leonie Wunsch auf. Und auch Christian Unser war wieder mit von der Partie, der mit dem Chor ein stimmungsvolles "Halleluja" sang.Tony Marshall war von dem Programm so begeistert, dass er auf die Idee kam, bei einer Neuauflage seinen Freund Gotthilf Fischer für die "Hochkultur" begeistern zu wollen. "Das ist Spontaneität und Lebensfreude, das ist die Lebenshilfe", waren sich die Geschäftsführer von Klinik und Lebenshilfe einig. Spaetgens legte sich schon fest: "Nächstes Jahr greifen wir wieder an!"

BADISCHES TAGBLATT vom 10.06.2013von Martina Fuß

Tony Marshall mit seinen Freunden Ingo und Wolfgang.

Acher- und Bühler Bote BÜHL vom 10.06.20von Katrin KönigHoch emotional dem Himmel so nahDurchschlagender Erfolg von Lebenshilfe-Chor und Tony Marshall beim Musikfestival „Hochkultur“„Ich war noch nie dem Himmel so nah“, heißt ein Lied von Tony Marshall. Selten dürften diese recht pathetisch anmutenden Worte so exakt das Empfinden von Sänger und Zuhörern getroffen haben wie am Samstag, als Marshall auf der Open-Air-Bühne der Max-Grundig-Klinik eben- dieses Lied vortrug – inmitten von lachenden, tanzenden und singenden Menschen mit Behinderungen. Das „Wir-sind-eins-Gefühl“ der Spontaneität und Lebensfreude sollte es Harald Unser, Geschäftsführer der Lebenshilfe, später nennen.Doch der Reihe nach: Das Festival „Hochkultur“, eine Kooperation der Klinik mit der Lebenshilfe Baden-Baden/Bühl/Achern und der Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl, stand am zweiten Abend im Zeichen des Gedankens „Wir sind eins“. Unser: „Wenn wir uns verstehen, wertschätzen und achten wollen, müssen wir uns auch kennen. Mit der Aktion ‚Wir sind eins‘ möchten wir Begegnungen ermöglichen und eine menschliche, solidarische und vertrauensvolle Region schaffen.“ Bevor – ganz in diesem Sinne – der Lebenshilfe-Chor unter Leitung von Christoph Stengel zum Zuge kam, dankte Andreas Spaetgens, Geschäftsführer der Klinik und Hauptinitiator des Festivals, der Band „Juniors Rock“ für die hervorragende musikalische Umrahmung der vorausgehenden „Genussmeile“. Mit Blick auf die Lebenshilfe, der die Reinerlöse des Festivals zugute kommen, sprach er vom „aktiven Zusammenleben behinderter und nichtbehinderter Menschen“. Dann jedoch galt die Aufmerksamkeit den Chorsängern, bei vielen Stücken begleitet von einer Musikschul-Combo (Klaus-Martin Kühn, Klavier; Bernd Kölmel, Schlagzeug; Thomas Neuberth, Trompete; Tobias Kern, Saxofon und Vlad Larkin, Bass). Das Programm moderierten Jürgen Ziegler, Manuel Kraus und Barbara Laskowski. Letztere verwies auf die Zusammensetzung des Chors: „Es singen Menschen jeder Altersstufe aus der ganzen Region, mit und ohne Handicap.“ Auch das Vokal-Ensemble der Musikschule wirkte mit. Es folgten innige Darbietungen von Stücken wie „Freude schöner Götterfunken“ oder Leonard Cohens „Hallelujah“, bei dem Chris Unser als Solist brillierte; viel Applaus bekamen auch Charlotte Schmezer und Leonie Wunsch für die makellose Interpretation des „Ave verum“. Nach der Pause ging es mit Tony Marshall weiter: Seine „wunderbare Tochter Stella“ gehöre der Lebenshilfe in Baden-Baden an, verdeutlichte er den persönlichen Bezug seiner Familie zu der Institution. „Da war es für mich selbstverständlich, hier ein paar Lieder zu singen.“ Dazu hatte er sich Verstärkung ans Mikro geholt: Ingo und Wolfgang von der Lebenshilfe. Erstaunt, aber fasziniert erlebten die Zuschauer, wie mit jedem Schlager mehr Menschen mit Behinderungen auf die Bühne kamen, um ihrem Star nah zu sein: Saßen einige erst im Hintergrund, wagten sich schließlich alle nach vorn und tanzten wild und frei zu „Rot sind die Rosen“, „Bora Bora“ oder auch „Macarena“; manche schmiegten sich zärtlich an Marshall, der „meine Freunde“ bereitwillig in den Arm nahm und von so viel Zuneigung sichtlich gerührt war: „Ihr habt einen glücklichen Tony aus mir gemacht“, wandte er sich an seine Fans. Nicht nur er empfinde wohl „das herrliche Gefühl der Dankbarkeit“. Den Zenit erreichte das Konzert, als Marshall auch seine Tochter Stella auf die Bühne bat: Der hoch emotionale Auftritt der beiden mit „Amazing Grace“ ging an die Substanz. Von allen Danksagungen, die sich der Veranstaltung anschlossen, seien hier nur Spaetgens Worte zitiert: „Es war mir eine Ehre, euch bei uns zu haben“, huldigte er den Akteuren des Abends. „Ihr habt das Gelände mit Leben und Freude gefüllt.“